Papua-Neuguinea


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Wissenswertes
"Wenn Sie auf Papua Neuguinea am Weihnachtsabend hereinplatzen, kann es schon mal vorkommen, dass Sie spontan zum Essen dableiben. Als Hauptgericht!" - Dieser Satz fand sich 1996 in einem Hörfunkspot der Deutschen Post AG. Nach heftigen Protesten wurde die Werbekampagne gestoppt, da sie Papua Neuguinea verunglimpfe. "Jau", dachte ich mir, als ich diese Notiz seinerzeit in der Tageszeitung las, "warum Aufregung ? Als Hauptspeise würde ich schließlich auch nicht gerne im Kochtopf landen." Nachdem sich derart westliche Kulturarroganz Luft gemacht hatte, stellte ich fest, dass ich über dieses Land sehr wenig weiß, außer, dass meine erste Schwiegermutter als Missionarstochter in Rabaul im Kaiser-Wilhelm-Land geboren wurde, was wohl mal deutsche Kolonie auf einer dieser Inseln war.

Vielleicht ergeht es euch ähnlich. Darum schnell erst einmal ein paar harte Fakten: Papua Neuguinea ist seit 1975 ein selbstständiger Staat und besteht, grob gesagt, aus fünf Teilen: Der östlichen Hauptinsel Neuguinea - der westliche Teil heißt Irian Jaja und ist indonesisches Staatsgebiet -, dem Bismarck-Archipel "rechts daneben", mit den Hauptinseln Neu-Irland und Neu-Britannien, der südlich davon gelegenen Insel Bougainville, den Trobriand-Inseln und dem Louisaden-Archipel. Diese fünf Teile bestehen wiederum aus einem Flickenteppich von Kleinstgrenzen, die von den unterschiedlichsten Volksstämmen bewohnt werden. An die 800 gibt es davon, die in der Regel aus einer Familie, dem Clan, bestehen. Das macht die ganze Sache schon unübersichtlicher, weil entsprechend unterschiedlich Kultur und Sprache der einzelnen Stämme sind.

Extrem fallen hier die Buka auf. Tiefschwarze Menschen mit Kraushaar, die im Norden von Bougainville leben. Extrem nicht nur wegen ihrer Hautfarbe. Sie sehen sich selbstbewusst als die Buka (!), die mit Papua Neuguinea nichts zu tun haben wollen. Harte Leute, mit denen nicht zu spaßen ist. Ein Ruf, der ihnen in ganz Papua Neuguinea vorauseilt. Gerne werden sie deshalb als Wachmänner eingestellt, frei dem Motto: "Wenn du einen Buka im Vorgarten stehen hast, kann dir nicht viel passieren." Den Stolz dieser "tiefschwarzen Menschen" bekam eine australische Mining Company zu spüren, als sie begann, das Land auszubeuten und zu verwüsten. Aus der Erhebung der Bukas entstand ein langjähriger, blutiger Bürgerkrieg, der mittlerweile, unter UN-Kontrolle, am Abschwelen ist. Die Mining Company hat sich zurückgezogen.

Sicher, die anderen Volksstämme haben auch ihren Stolz, besonders die in den Highlands der Hauptinsel. Aber, entweder machen sie sich gegenseitig immer wieder mal mächtig Ärger - da kann der Streit um ein Huhn oder ein Schwein beispielsweise schnell in einen Stammeskrieg ausarten - oder aber sie haben nichts miteinander zu tun, beziehungsweise verstehen sich gar nicht. Im schroffen Hochland der Hauptinsel, mit Tälern bis zu 2.000 Metern Tiefe, leben etliche Clans noch völlig abgeschieden. Aber auch einige dieser Stämme haben eine Rechnung mit den Weißen offen. Ursache dafür sind in der Regel malaiische Holz- und australische Baufirmen, die die Clans über den Leisten gezogen und ebenfalls verwüstetes Land hinterlassen haben.

Weniger Ärger machen die Küstenbewohner. Besonders in den ehemaligen Kolonien verhalten sie sich eher passiv bis gleichgültig. Hier konnte beispielsweise Neu-Irland größtenteils abgeholzt werden, ohne dass es zu Aufständen gekommen ist.

Die ausländischen Firmen, die wie Heuschrecken über das Land herfallen, sind ein beredtes Beispiel dafür, was es mit der Selbständigkeit des Landes auf sich hat. Papua Neuguinea hat zwar ein gewähltes Parlament, die Macht ist aber dennoch in den Händen der Weißen. Australier stellen die Richter im Land und mehrheitlich Australiern gehören die Unternehmen. Offizielle Landessprache ist Englisch und daneben das Tok Pisin, eine Pidgin Sprache, die mittlerweile zur Hauptsprache geworden ist. Daneben werden immer noch an die 800 Sprachen auf Papua Neuguinea gesprochen, die nur selten miteinander verwandt sind. Manche Sprachen sind so verschieden, wie zum Beispiel Deutsch und Chinesisch.


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